22
Mrz
10

Birkenstock lässt grüßen

Da kommt wohl ‚was auf uns zu. Die Kollektionen mancher Designer verheißen besonders in puncto Schuhen für den Sommer nichts Gutes. Korksohlen mit Fußbett heißt der Trend – erinnert doch stark in die Gesundheitsschlappen des pfälzischen Traditionsunternehmens Birkenstock. Pedro Garcia, Lanvin, Miu Miu und ganz besonders Stella McCartney bieten diese Kreationen an.

Ob sich der Trend „Gesundheits-High Heels“ durchsetzten wird? Hoffen wir es nicht!

19
Mrz
10

Ein königlicher Abschied in Paris

Alles erinnert etwas an Elizabeth I. oder Marie Antoinette. Mit königlicher Eleganz und einem sensiblen Hang zur Goldstickerei wurde Alexander McQueen während der Paris Fashionweek vergangene Woche aus der Modebranche würdevoll verabschiedet. Seine Herbst/Winter-Kollektion 2010/11 zeigt noch einmal, was sein Tod für Modewelt bedeutet. Rot und gold dominieren seine letzten 16 Entwürfe. Besonderes Highlight ein ebenso pompös wie elegantes Abendkleid in gold und weiß.

19
Mrz
10

Ein weiterer Schritt nach unten

Es war im Mai 2007. Sie galt als eines von zehn neuen Topmodels in New Yorker Modebranche. Neben Coco Rocha, Raquel Zimmermann und Doutzen Kroes schmückte Agyness Deyn das Ausklapp-Cover der amerikanischen Vogue. Bekanntermaßen vergleichbar mit einem Ritterschlag. Mit ihrem androgynen Auftreten setzte sie neue Trends. Ihre platinblonde Kurzhaarfrisur wurde zum neuen Trend.

Mit steigender Popularität stiegen ebenso Prestige und die Gagen. Ob Karl Lagerfeld, John Galliano, Oscar de la Renta, Burberry oder Zac Posen – sie wollten und hatten sie alle. Ebenso legendär ihre Werbung für Jean Paul Gaultiers Parfum Madame, in der sie ihren einmaligen Look zelebrierte.

Doch diese Zeiten scheinen vorbei. Auf großen Schauen fand man sie zuletzt Anfang 2009. Auf einer Charity-Modenschau für die Opfer von Haiti fiel sie gleich zwei Mal – sie nahm’s mit Humor. Statt künstlerisch gelungener Werbespots für Gaultier findet man sie auf zweitklassigen Motiven für ein Parfum von Anna Sui. Zu guter Letzt folgt das, was kommen muss: eine eigene Modekollektion. Für Barneys Japan entwirft sie T-Shirts, Sweatshirts und Kleider. Der Hacken: Selbst die Basics bei H&M haben mehr Pepp. Noch tragischer sind wohl die mehr als offensichtlichen Parallelen zu US-Designer Rick Owens.

Urteilen kann über Deyns Kollektion wohl jeder selbst. Erinnern wir uns lieber an ihre Glanzzeiten …

18
Mrz
10

Mit Gummi und roter Schleife

Slip mit Außentasche für's Kondom (ca. 20 Euro)

Sportslip mit Außentasche für's Kondom (ca. 20 Euro, Kenzo)

Bereits 33 Millionen Menschen gelten weltweit als HIV-positiv. Geschätzte 2,5 Millionen infizieren sich jährlich. Statistisch gesehen sind das fünf Menschen pro Minute. Zahlen der Deutschen Aids-Stiftung, die aufhorchen lassen sollten. Dennoch findet die Krankheit kaum Beachtung in der öffentlichen Wahrnehmung.

Mit einer verblüffend einfachen Idee engagiert sich nun aber das japanische Modelabel Kenzo im Kampf gegen Aids. Die neuen Sportslips wurden mit einer kleinen Außentasche versehen – inklusive Kondom. Eine naheliegende, wie praktische Lösung. Für 20 Euro ist der Schlüpper auch durchaus bezahlbar. Durchaus ansehnlich wird das Modell übrigens an den Lenden des französischen Schwimmers Frédérick Bousquet vorgestellt.

Ein solches Engagement lobe ich mir!

11
Feb
10

A tribute to Alexander McQueen

Am heutigen 11. Februar 2010 wurde Lee Alexander McQueen tot in seinem Londoner Haus aufgefunden. Laut dem Guardian soll der britische Designer Selbstmord begangen haben. Knapp eine Woche vor der Londoner Fashionweek verliert die Modebranche ein einzigartiges und unnachahmliches Talent.

Wenn du Du Glück hast und etwas aus deinen Träumen benutzen kannst, ist das pur und ein Original. Es ist nicht aus der Welt, sondern nur aus deinem Kopf.

Eine Aussage McQueens, die sein Erbe wohl am besten beschreibt. Seine Shows waren nicht von dieser Welt. Künstlerische Genialität traf aufwändige und emotionale Inszenierungen.

Legendär seine Spring/Summer-Show 1999. Zwei Roboterarme besprühen ein emotionales, machtloses Modell mit schwarzer und gelber Farbe. In seiner Spring/Summer-Show 2010 – seiner letzten Show – schien McQueen an diese legendäre Show zu erinnern. Die Roboterarme fanden die Rückkehr auf seine Modebühne – diesmal mit umher schwingenden Kameras. Eine utopische und melancholische Show, die sein Werk würdevoll abschließen.

Möge er in Frieden ruhen!
Wir verneigen uns, Mr. McQueen

13
Jan
10

Vegan im Trend – jedoch mit Verfallsdatum …

Für 545 Euro bietet der Luxus-Onlineversand net-a-porter.com ein Paar Stiefel der britischen Designerin Stella McCartney an. Eigentlich kein ungewöhnlicher Preis für Designerschuhe. Doch hier handelt es sich nicht etwa um feinstes Rindsleder, sondern um synthetisch hergestelltes Leder. Ein Blick auf die Internetseite des New Yorker Traditionskaufhauses Bergdorf Goodman offenbart Ähnliches: eine Handtasche für fast 1 400 Dollar – aus falschem Leder. Faux Leather, so die Fachbezeichnung. Was man davon halten mag? Ein schwierige Frage. Gerade in den vergangenen Jahren haben die Bedeutung von Pelz und Leder in der Mode deutlich zugenommen. Während Balmain und Gucci den Großteil ihrer Kollektionen in Leder produzieren ließen, setze Oscar de la Renta ein weiteres Mal auf eine eigene Pelz-Kollektion – vorwiegend aus Lamm- und Fuchsfellen. Stella McCartney steht dem aber nicht nur als überzeugte Vegetarierin und Tierschützerin gegenüber, sondern auch als Designerin. Sie selbst sieht sich als eine gute Designerin – durchaus mit Anwandlungen von Selbstkritik. Doch während Designergrößen, wie Karl Lagerfeld oder eben Oscar de la Renta, die Modebranche als eine schillernde Welt von wunderschönen Menschen mit ebenso wunderschönen Kleidern aufzeigen, geizt McCartney nicht mit Kritik an ihrer eigenen Branche:

Eigentlich besteht die ureigenste Aufgabe der Mode darin, Grenzen zu überschreiten. Sie soll Fragen aufwerfen und Neuland erobern. Man sollte mit jeder neuen Kollektion nicht nur Trends und Silhouetten neu definieren, sondern auch Stoffe und Herstellungsmethoden. Das geschieht aber nicht. Von allen Branchen der Welt wirkt ausgerechnet meine zunehmend rückständig und anachronistisch.

Eben dieses Neuland erobert die 38-jährige Britin. Sie sieht Leder oder Pelz als nicht mehr zeitgemäß. Sie setzt auf Baumwolle, Kaschmir, Seide oder Leinen. Schuhe und Handtaschen werden aus biologisch abbaubarem Lederimitat produziert. Nach eigenen Angaben ist die Produktion dieser Imitate bis zu 70 Prozent teurer. Qualitätsunterschiede sind angeblich nicht vorhanden. Als Vorbild sieht sich McCartney offenbar dennoch nicht. Sie verfolgt ihre eigene Linie, sowohl in ihrer Mode als auch in ihrer Philosophie:

Eigentlich finde ich es spannender, wenn die Leute gar nicht merken, dass sie in meinem Laden gerade Schuhe aus einem synthetischen Material gekauft haben. Ich mag das Gefühl, sie infiltriert zu haben.

Die Philosophie der medienscheuen McCartney ist im Segment der High Fashion absolut einzigartig – lobenswert, keine Frage. Damit vermag sie in der großen Modewelt aufzufallen. Reine PR? Diese Frage bleibt wohl offen. Eine klare Linie in ihrer aktuellen Kollektion sucht man dennoch vergebens. Ihre Stärken liegen zweifelsohne in ihrem persönlichen Gleichgewicht aus femininer und maskuliner Mode. Seit Beginn ihrer Karriere vor etwa acht Jahren wurde eben das zu ihrem Markenzeichen. Es galt als revolutionär, als sie Frauen in maskulinen Anzughosen mit femininen Rüschen-Tops auf den Laufsteg schickte. Dieser Look findet sich immer noch in ihrer aktuellen Frühjahrs-Kollektion. Ebenso trugen Damen schwere Jackets zu engen Hosen und hohen Schuhen – damals einzigartig. Während sich dieser Trend nun aber auch in unteren Preissegmenten hin zur Massenmode verbreitet hat, scheint es Stella McCartney an ähnlich revolutionären Ideen heute zu fehlen. Schöne, zeitgemäße Stücke finden sich problemlos. Gelungene Designs und kreative Umsetzung zeichnen die Kollektion ebenso aus. Doch neu zu definieren scheint sich die Designerin aber nicht wirklich – sieht sie doch auch das als eine Aufgabe der Mode. Neben üblichen Beige- und Brauntönen, zeigt sie eine Vorliebe für ein kräftiges Blau – Gucci’s „Tide“ lässt grüßen – und bedauernswerterweise Orange. Mit blumigen Mustern und übermäßigen Rüschen leistet sie sich einige wenige Entgleisung.

Ihre Botschaft in dem sehr sympathischen Vogue-Interview (11/09) ist lobenswert, aber gleichzeitig realistisch – ein zu seltenes Fazit in bei vergleichbaren Themen:

Selbst wenn der Preis stimmt, würde ich nicht mit Pelz oder Leder arbeiten. Mir ist allerdings klar, dass ich privilegiert bin (…) Mir ist sehr wohl bewusst, dass die meisten Menschen aus Gründen des Überlebens Zugeständnisse machen müssen und dass ich eine Art Glückspilz bin.

Es ist zu bezweifeln, dass sich McCartneys Philosophie grundsätzlich durchsetzt – mag man davon halten, was immer man will. Ebenso gebe ich ihr Recht, dass Mode Fragen aufwerfen und eben Neuland erobern soll – ein sehr schönes Zitat übrigens. Dennoch sollten auch bei Stella McCartney die Designs wieder in den Vordergrund rücken, sonst ist wohl zu befürchten, dass von ihrer Kollektion in durchaus absehbarer Zeit nur ihr bekannte Nachname bleibt. Das wäre eindeutig eine Vergeudung ihres Talents.

12
Jan
10

Es waren die Nuller und Vogue blickt nostalgisch zurück …

Wie sehr sich die Mode innerhalb von zehn Jahren verändert, ist uns häufig gar nicht bewusst. Doch anlässlich des kürzlichen Jahreswechsel scheint ein Rückblick auf das als Nuller bezeichnete Jahrzehnt fast schon obligatorisch. Ob Musik, Filme, Politik oder eben Mode – Nostalgie gehört zu einem endenden Jahrzehnt offenbar dazu – was man davon auch immer halten mag. Aber auch die Vogue bildet da leider keine Ausnahme. Cast your Vote for the Best Dressed Women of the Decade heißt der Aufruf der amerikanischen Modebibel. Über soziale Netzwerke – ich wurde durch Facebook auf diese nostalgisch-überflüssige Umfrage aufmerksam – sucht das Magazin Internetuser, die die bestgekleideten Frauen des Jahrzehnts wählen. Das Prinzip ist einfach: zehn Jahre, pro Jahr stehen zehn Outfits zur Wahl, am Ende bleiben zehn Sieger – also für jedes Jahr eine Dame. Dennoch ist der Blick auf die 100 Outfits durchaus amüsant. Besonders der Blick auf das Jahr 2000 zeigt sehr deutlich, dass zehn Jahre eben doch zehn Jahre sind.

Das Ergebnis der Umfrage bleibt wohl abzuwarten. Vogue veröffentlicht die Ergebnisse am 25. Januar. Bis dahin bleibt wohl die Empfehlung eine kleine Zeitreise der Mode – etwas zu übertreiben, ist hier wohl notwendig – zu unternehmen und fleißig zu voten. Abschließend meine Sieger im Überblick – eine Debatte ist sicherlich erwünscht … Frohes Voten!!

2000:  Kate Moss   (Charlize Theron)
2001:  Aerin Lauder   (Julia Roberts)
2002:  Reese Witherspoon   (Reese Witherspoon)
2003:  Sarah Jessica Parker   (Kate Hudson)
2004:  Nicole Kidman   (Nicole Kidman)
2005:  Sarah Jessica Parker   (Cate Blanchett)
2006:  Michelle Williams   (Michelle Williams)
2007:  Madonna   (Resse Witherspoon)
2008:  Penelope Cruz   (Penelope Cruz)
2009:  Kate Moss   (Michelle Obama)

updated: in Klammern die Sieger der Vogue-Umfrage