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Posh goes High Fashion … und Ja, sie hat’s drauf!

Sie ist eine der best gekleidetsten Frauen der Welt, sie gibt im Jahr Millionen für ihren makellosen Look aus und ein Outfit würde sie nie zwei Mal tragen. Bei einer derartigen Hingabe zur Mode liegt es wohl nahe, dass auch sie sich in der Reihe von prominenten Designern berechtigt sieht. Doch ist es nun ein Trend oder eine Plage, dass mehr und mehr Stars oder solche, die es gerne wären, eigene Mode entwerfen oder es zu mindestens versuchen? Natürlich lässt der prominente Name auch in der Welt der Mode fast automatisch die Kasse klingen, doch ein solcher Erfolg ist oftmals eher von kurzer Dauer. So designte „Sex and the City“ – Ikone Sarah Jessica Parker 2004 für GAP auf Grabbeltisch-Niveau,  Topmodel Kate Moss löste 2007 auf der Londoner Oxford Street tagelanges Warten für überteuerte Kleider in minderwertiger Qualität aus, Madonnas durchaus gelungene H&M-Kollektion wurde 2005 größtenteils zum Ladenhüter und die ehemalige „No Doubt“ – Sängerin Gwen Stefani gründete 2003 mit L.A.M.B. ihr eigenes Modelabel, mit dem sie 2007 über 90 Mio. Dollar verdiente. Nun folgte Victoria Beckham mit ihrer ersten Runway-Show und die Kritiker sind ihr durchaus wohlgesonnen. Doch was genau ist es, dass Posh Spice von anderen prominenten Designern unterscheidet?

Bereits seit einigen Jahren gilt Victoria Beckham als Vorreiterin neuer Trends, besonders ihre ständig wechselnden Frisuren sorgen weltweit für Aufsehen. Doch als Modedesignerin war die heute 35-jährige bisher kaum beachtenswert. Ihre Jeanslinie VB Rocks für Rock & Republic waren 2004, trotz der 300 Dollar pro Hose, ein kommerzieller Erfolg, doch revolutionär oder innovativ konnte man ihre Kreationen nicht nennen. Letztendlich bestand die Kollektion aus gewöhnlichen Jeans mit einem überdimensionalen Logo auf dem Po. Anders jedoch ihre High Fashion-Designs, die im vergangenen Jahr auch von vielen Prominenten, wie Heidi Klum oder Elle Macpherson, getragen wurden. Der Verkauf der Kleider, die zwischen 1 500 und 3 000 Euro kosten, stieg mehr und mehr an. Victoria Beckham verfolgt mit ihrer Kollektion eine klare Linie:  schlichte und deutliche Schnitte, figurbetont (besonders in der Taille) und vor allem klassisch elegant. Mrs. Beckham scheint für schlichte und klassische Eleganz zu appellieren, während andere Designer, wie Oscar de la Renta oder Zac Posen, mehr und mehr pompöse und aufwändig drapierte Kleider designen und dabei auch mehr und mehr an innovativen und revolutionären Ideen zu verlieren scheinen. Victoria hingegen zeigt ihre eigene Vision von Eleganz. Sie zeigt sehr deutlich, dass Eleganz und Sexappeal nicht zwangläufig mit nackter Haut und wenig Stoff einher gehen müssen – sie hat aus modischen Fehlgriffen der Vergangenheit offenbar gelernt. Denn eben hier liegen die Stärken ihrer Kollektion. Victoria Beckham verzichtet darauf ihre Designs zu überladen. Sie setzt gezielt Details ohne es dabei zu übertreiben. Die Höhepunkte der Kollektion sind zweifellos die Abendkleider, die fast alle durch lange Ärmel und geschickte Details, wie Schulterpolster, Taillengürtel oder aufwändigen Paillettenbesatz auffallen. In puncto Farben beschränkt sich die ehemalige Sängerin glücklicherweise auf eine geringe Auswahl. Der Großteil der Kollektion ist klassisch schwarz. Einige Entgleisungen hin zu rot oder lila sind zwar eher misslungen, aber dennoch bedingt vorzeigbar.

Alles in allem ergeben Victoria Beckhams Designs eine wunderbar klassische und erfreulich schlichte Kollektion, die Eleganz und insbesondere Sexappeal auf eine positiv altmodische Art zeigt. Der Simple Chic wird hier in Verbindung mit aufwändigen und ausgefallenen Schnitten auf eine sehr gelungene Weise umgesetzt. Natürlich sind Vergleiche zu Jil Sander, Chanel, Karl Lagerfeld und insbesondere zu Roland Mouret nicht von der Hand zu weisen, doch mit ihrer eigenen Vision von Eleganz grenzt sich Posh durchaus ab. Eben hier liegt ihr Erfolg gegenüber anderen prominenten Designern. Sie hält sich fern von Modeerscheinungen und entwirft Kleider, die in einem halben Jahr nicht völlig überholt sein werden. Sie verbindet aktuelle Trends mit Bewährtem, übertreibt es aber glücklicherweise nicht. Es bleibt abzuwarten, ob Victorias Erfolg bei der Fashion Week in New York und London ein Glückstreffer oder der Startschuss für eine große Karriere als Designerin war. Zu Gönnen wäre es ihr …

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