Archive for the 'Fashion-Trash' Category

22
Mrz
10

Birkenstock lässt grüßen

Da kommt wohl ‚was auf uns zu. Die Kollektionen mancher Designer verheißen besonders in puncto Schuhen für den Sommer nichts Gutes. Korksohlen mit Fußbett heißt der Trend – erinnert doch stark in die Gesundheitsschlappen des pfälzischen Traditionsunternehmens Birkenstock. Pedro Garcia, Lanvin, Miu Miu und ganz besonders Stella McCartney bieten diese Kreationen an.

Ob sich der Trend „Gesundheits-High Heels“ durchsetzten wird? Hoffen wir es nicht!

19
Mrz
10

Ein weiterer Schritt nach unten

Es war im Mai 2007. Sie galt als eines von zehn neuen Topmodels in New Yorker Modebranche. Neben Coco Rocha, Raquel Zimmermann und Doutzen Kroes schmückte Agyness Deyn das Ausklapp-Cover der amerikanischen Vogue. Bekanntermaßen vergleichbar mit einem Ritterschlag. Mit ihrem androgynen Auftreten setzte sie neue Trends. Ihre platinblonde Kurzhaarfrisur wurde zum neuen Trend.

Mit steigender Popularität stiegen ebenso Prestige und die Gagen. Ob Karl Lagerfeld, John Galliano, Oscar de la Renta, Burberry oder Zac Posen – sie wollten und hatten sie alle. Ebenso legendär ihre Werbung für Jean Paul Gaultiers Parfum Madame, in der sie ihren einmaligen Look zelebrierte.

Doch diese Zeiten scheinen vorbei. Auf großen Schauen fand man sie zuletzt Anfang 2009. Auf einer Charity-Modenschau für die Opfer von Haiti fiel sie gleich zwei Mal – sie nahm’s mit Humor. Statt künstlerisch gelungener Werbespots für Gaultier findet man sie auf zweitklassigen Motiven für ein Parfum von Anna Sui. Zu guter Letzt folgt das, was kommen muss: eine eigene Modekollektion. Für Barneys Japan entwirft sie T-Shirts, Sweatshirts und Kleider. Der Hacken: Selbst die Basics bei H&M haben mehr Pepp. Noch tragischer sind wohl die mehr als offensichtlichen Parallelen zu US-Designer Rick Owens.

Urteilen kann über Deyns Kollektion wohl jeder selbst. Erinnern wir uns lieber an ihre Glanzzeiten …

22
Sep
09

Ladies in Red on the Red Carpet – and the Emmy goes to …

Ausnahmezustand in Hollywood am Sonntagabend. Der Grund? Emmy-Verleihung 2009! Was für’s Kino die Oscars im März sind, sind für’s Fernsehen die Emmys im September. Doch ähnlich wie bei den Oscars rückt die eigentliche Verleihung der begehrten Trophäen immer etwas in Hintergrund, auch wenn die Produzenten jedes Jahr auf’s Neue versuchen eine aufwendige und unterhaltsame Show auf die Beine zu stellen. Begonnen hat die Show in diesem Jahr mit einer etwas eintönigen, aber durchaus sympathischen Revue-Nummer von „How I Met Your Mother„-Darsteller Neil Partick Harris, der Vorjahres-Moderatorin Heidi Klum ablöste und durch den Abend führte. Doch auch am Montag Morgen war die Show vergessen, die Sieger des Abends werden wie gewohnt am Rande erwähnt. Der Blick geht nun auf den Roten Teppich. Wer trug das schönste Kleid? Wer griff mächtig daneben? Diese Frage dominiert am Morgen danach. Auf den ersten Blick gibt es einen Sieger:  Rot! Schauspielerinnen, wie „Heroes„-Star Hayden Panettiere, „Gossip Girl“ Blake Lively und die ehemalige „Will and Grace„-Hauptdarstellerin Debra Messing gehörten zu den bestangezogenen Damen des Abend und alle drei entschieden sich für lange rote Roben, taten dies jedoch in sehr unterschiedlicher Weise. Blake Lively zeigte in ihrer langen, roten, teilweise mit Pailetten besetzten Versace-Robe viel Dekolleté und ebenso viel Bein. Durch den Verzicht auf auffälligen Schmuck und einen streng geflochtenen Zopf bewies das 22-jährige It-Girl wahrlich Geschmack, ohne dabei ihre jugendliche Frische zu verlieren oder gar streng zu wirken. Ganz anders Hayden Panettiere, die in ihrem recht aufwändig geschnittenen Seidenkleid von J. Mendel recht streng und wesentlich älter wirkte, als sie eigentlich ist. Dennoch steht ihr rot einfach hervorragend und die weiche Seide schmeichelt ihrer etwas rundlichen Figur. Doch die Siegerin ist hier eindeutig Debra Messing. Die als Grace Adler bekannt gewordene New Yorkerin glänzte in einer asymmetrischen, sehr figurbetonten Robe von Michael Kors, die sehr dezent mit Swarovski Kristallen besetzt war. Ihre roten Haare wurden dezent zum Pferdeschwanz zusammengebunden, was die zarten Diamant-Ohrringe betone. Mit 41 Jahren wirkt die Schauspielerin sehr elegant, frisch und keineswegs streng. Etwas, dass sie der 20-jährigen Miss Panettiere voraus hatte.

Blake Lively in einem tiefausgeschnittenen Kleid von Versace

Blake Lively

Hayden Panettiere

Hayden Panettiere

Debra Messing

Debra Messing

Einen weiteren Trend auf dem Red Carpet schien Debra Messing ebenso zu ahnen:  funkelnde Kleider. Während ihr Kleid sehr dezent mit Kristallen besetzt war, gingen „Grey’s Anatomy„-Star Sandra Oh, die „Pushing Daisies„-Nebendarstellerin und spätere Emmy-Gewinnerin Kristin Chenowerth, sowie „Mad Men„-Schönheit January Jones einen Schritt weiter. Doch auch hier gab es deutliche Unterschiede. Im Gegensatz zum Großteil der Damen entschied sich die äußerst kleine Kristin Chenowerth für ein kurzes, leicht transparentes Cocktailkleid, dem auffälliger Edelstein-Besatz den nötigen Glamour verlieh. Die Kombination des kurzen Zuhair Murad-Kleides mit hohen Sandaletten verlängerten das Bein optisch. Dieses Outfit ist sicher nicht der große Sieger, jedoch ein typgerecheter und sehr edler Look. Den Trend der funkelnden Kleider setzte die TV-Ärztin Sandra Oh auf eine für den Abend einzigartige Weise um: sie trug gold. Das schlicht geschnittene Kleid von Marchesa wirkte an der zierlichen Schauspielerin toll. Es unterstrich ihre zurückhaltende Erscheinung, gab ihr aber auch die nötige Eleganz. Nachdem die als Dr. Christina Yang ebenfalls Emmynominierte bereits auf der gefürchteten Blackwell-Liste auftauchte, ist dieser Modeerfolg doch sehr erfreulich – auch ich bei den pinkfarbenen Schuhen lieber wegsehe. Die Gewinnerin dieser Kategorie ist allerdings mit großem Abstand January Jones. Die recht unbekannte Darstellerin aus der Drama-Serie „Mad Men“ trug eine schlichte und wunderschöne Robe von Atelier Versace. Das Besondere hierbei ist das mit Diamanten besetzte und aufwändig geschnittene Bustier, das die sehr zierliche Taille der Schauspielerin betont. Mit ihren blonden Haaren und kaum gebräunten Haut ist sie einer der großen Sieger auf dem roten Teppich.

Kristin Chenowerth

Kristin Chenowerth

Sandra Oh

Sandra Oh

January Jones

January Jones

Doch wie bei jeder Preisverleihung gibt es natürlich auch einige absonderliche, unpassende oder gar hässliche Outfits. Die Liste ist auch bei den Emmys 2009 zu lang, um sie vollständig aufzuführen. Fairer Weise sollte man natürlich auch erwähnen, dass es auch noch einige hübsche und wunderbare Outfits gab und nicht nur die sechs aufgeführten. Hier könnte man z. B. die „Lipstick Jungle„-Darstellerin Lindsay Price oder Emmy-Gewinnerin Tony Collette nennen – beide entschieden sich für lila.

Dennoch ein Blick auf die größten Flops des Abends. Zunächst wäre da eine weitere Darstellerin der Teen-Soap „Gossip Girl„, die im wohl unvorteilhaftesten Kleid des Abends auf dem roten Teppich erschien. Die Rede ist von Leighton Meester, die sich in einem langen, weißen, doch recht ungewöhnlich geschnittenen Kleid von Bottega Venetta zu schmücken versuchte. Mal abgesehen davon, dass das Kleid die zierliche Schauspielerin äußerst unvorteilhaft zeigt, bleibt die Frage offen, welcher Stylist der sehr blassen Schauspielerin – Schneewittchen lässt grüßen – zu weiß geraten hatte. Betrachtet man Bilder der Serien-Zicke, die im Sonnenlicht des Tages entstanden, sucht man ihr Gesicht vergeblich. Sie geht in dem zu großen und zu hellen Kleid schlichtweg verloren. Da hilft auch noch so viel Lippenstift absolut nichts. Ein eher unpassendes Kleid trug die ebenfalls nominierte „Weeds„-Darstellerin Mary-Louise Parker. Das lilafarbene, raffinierte Minikleid von Zac Posen steht der Schauspielerin sehr gut – keine Frage. Doch für eine glamouröse Abendveranstaltung ist es einfach zu kurz und unpassend. Doch kommen wir nun zum wohl unästhetischsten Outfit des Abends. Dieses trug das hochschwangere Model Heidi Klum, die für ihre US-Show „Project Runway“ ebenfalls nominiert war. Mit einem schulterfreien, hautengen Kleid von Marchesa trug sie zweifellos eines der schönsten Kleider des Abends. Die mit Pailletten und Kristallsteinen besetzte, lange Robe wäre vor einigen Monaten an ihr sicher ein Hit gewesen, doch die im neunten Monat schwangere Klum sah gestern darin aus, wie ein Wal. So spotteten bereits am Montag Morgen Blogger auf zahlreichen Internetseiten. Ganz unrecht haben diese damit leider nicht, denn sie sieht in diesem Kleid einfach unvorteilhaft und wahrlich unästhetisch aus. Überraschend ist, dass das 36-jährige ehemalige Model bei ihrer vierten Schwangerschaft bei der Umstandsmode dermaßen daneben greift.

Leighton Meester

Leighton Meester

Mary-Louise Parker

Mary-Louise Parker

Heidi Klum

Heidi Klum

Achja: Aus Höflichkeit und Respekt vor den wahren Siegern des Abends (also diejenigien, die wirklich mit einer Trophäe nach Hause gingen) noch die Frage:  Hat euch nun wirklich interessiert, dass „30 Rock“ und „Mad Men“ die großen Sieger des Abend waren?

… also ich frage mich da ja eher, was sich Glenn Close dabei gedacht hat, mit einer Sonnenbrille auf den roten Teppich zu kommen, weshalb Sally Field nicht beim Friseur war und und und …

18
Aug
09

Worauf lässt sich H&M da nur ein? Erwartet uns der brennende Zebra-Horror?

We adore Jimmy Choo’s shoes and bags. They are glamorous and sexy, and they add instant style to the simplest of outfits. I like the way we have worked with clothes to accessorize the shoes and bags rather than the other way around. This collaboration is particularly exciting because it’s our first shoe designer collection. It’s a joy to be able to offer top end designer shoes and bags of excellent quality to our customers.

Mit diesen Worten huldigte H&M-Kreativchefin Margareta van den Bosch vor etwa zwei Monaten die Arbeit Jimmy Choo’s und kündigte gleichzeitig eine Schuh- und Taschenkollektion des Londoner Edellabels für die schwedische Modekette an. Nach Karl Lagerfeld, Stella McCartney, Viktor & Rolf, Madonna, Roberto Cavalli, Comme des Garçons und vor kurzem noch Matthew Williamson, soll es im kommenden November nun Jimmy Choo werden. Auch, wenn die ersten Entwürfe selbstverständlich noch geheim sind und dies vermutlich auch noch einige Monate bleiben werden, lässt die aktuelle Kollektion des malaysischen Designers wahrlich nichts Gutes vermuten.

Die Kollektionen des Jahres 2009 vereinen so ziemlich jeden Trend der vergangenen Jahre, mag er mittlerweile noch so überholt sein. Viel schlimmer aber ist die Tatsache, dass Jimmy Choo versucht noch einen drauf zu setzen:  flauschiges Zebramuster an blauem Crocoleder mit goldenen Nieten, pinker Leopardenprint in Lackleder, schwarze Stiefeletten mit Flammenprint, sowie Sandaletten mit dicken Schnürsenkeln. Kreativität hin oder her – Was soll das bitte, Mr. Choo?

Die Pressemeldung der H&M-Kreativcheffin merkt weiterhin an, dass Jimmy Choo’s in den vergangenen Jahren zu einem Must-Have auf den roten Teppichen wurden und dass auch Oscar-Gewinnerinnen, wie Cate Blanchett, Halle Berry oder Charlize Theron in den Designerkreationen gesichtet wurden. Doch dass eine der bestangezogensten Frauen der Welt sich in aktuellen Geschmacksverirrungen freiwillig sehen lassen würde, halte ich doch wohl für sehr fragwürdig.

Doch die Tatsache, die für das englische Label noch wesentlich peinlicher sein sollte, ist wohl schlicht und ergreifend die Tatsache, dass die untengezeigten Modelle (obere Reihe) die Vorzeigemodelle der aktuellen Herbst-Winter-Kollektion sind und schlichtere, gar nicht mal so hässliche Modelle eher ein Schattendasein fristen. Jimmy Choo ist durchaus ein großer Name im Bereich Designerschuhe, doch der Trend der vergangenen Jahre ging mehr und mehr zu extravaganten und aussergewöhnlichen Designs, besonders am Fuss. Schuhfetischistinnen, wie z. B. Carrie Bradshaw in Sex and the City, verhalfen besonders dem spanischen Designer Manolo Blahnik und später auch dem französischen Designer Christian Louboutin zu großer Bekanntheit und Beliebtheit. Diese stehen für gekonnte Extravaganz mit neuen Materialien und Stoffen, schaffen es gleichzeitig aber auch zeitlos zu kreiren. Eben dieser Trend veränderte die Designs Jimmy Choo’s leider grundlegend. Während die gut betuchte Dame ihre 500 bis 800 Euro vor einigen Jahren noch für einen schlichten, glamourösen und graziösen Schuh, meist für schlichte Sandaletten mit feingearbeiteten Details, ausgegeben hatte, ist die Auswahl an diesen heute deutlich zurückgegangen. Es gibt sicher noch einige schöne Modelle und das zeigen auch die unten gezeigten Beispiele der aktuellen Herbst-Winter-Kollektion, sowie der bereits einige Monate alten Vor-Herbst-Kollektion (untere Reihe). Doch derartige Geschmacksverirrungen mit pinkem Leopardenprint oder flauschigem Zebraprint, die man als Glanzstücke einer Kollektion verkauft, lassen eher auf ein Design auf dem Niveau von Deichmann schließen – abgesehen davon, dass dem Fuss kein plastikähnliches Kunstleder zugemutet wird.

Da die Jimmy Choo for H&M-Kollektion im November erscheinen wird, ist es wohl eher unwahrscheinlich, dass die klassische Jimmy Choo-Sandalette ihren Siegeszug antreten wird. Doch ein Hoffnungsschimmer bleibt, denn H&M hat für die eigene Herbst-Winter-Kollektion eher Eleganz und schlichte Farben und Schnitte walten lassen. Somit hoffe ich nur, dass dies einen positiven Einfluss haben wird und sich die Jimmy Choo for H&M-Kollektion nicht zu einem derartigen Ladenhüter entwickelt, wie es das extravagante Viktor & Rolf-Brautkleid oder die quietschbunte Katastrophe von Matthew Williamson getan haben, denn diese sehe ich noch heute noch in der Sale-Ecke meiner H&M-Filiale des Vertrauens.

To be continued …